„Richtige Mischung macht den Unterschied“

Artikelbild Schwetzinger Zeitung, 2. Juni 2018: Richtige Mischung macht den Unterschied

Im Interview: Der Sänger und Songwriter Peter Saueressig über seinen Auftritt als „Balsamico“ im Pumpwerk, die neue CD „Music“ und den Charme von Coverversionen

Schwetzinger Zeitung, Matthias Mühleisen

Richtige Mischung macht den Unterschied

Im Interview: Der Sänger und Songwriter Peter Saueressig über seinen Auftritt als „Balsamico“ im Pumpwerk, die neue CD „Music“ und den Charme von Coverversionen

Von Matthias Mühleisen

Hockenheim. Er hat aus seinem Namen eine Marke gemacht – und sich dabei dem Markt prächtig angepasst. Das ist kein Wunder, denn Peter Saueressig, seit vielen Jahren als „Balsamico“ musikalisch erfolgreich unterwegs, ist im Hauptberuf in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Er mache Musik „professionell, aber nicht beruflich“, sagt er über sich selbst. Den Beweis tritt Saueressig gerne an, wenn er am Freitag, 8. Juni, 20 Uhr, mit seiner sechsköpfigen Band im Pumpwerk „Balsamico live“ präsentiert. Beim Interview kann sich der Heidelberger selbst nicht erklären, wie es möglich ist, dass er in 40 Jahren noch nie im Hockenheimer Kulturhaus zu Gast war – abgesehen von seiner Aktivität als Solist des „Heidelberger Hardchors“.

   Sie sind schon rund 40 Jahre in der Musikszene unterwegs. Haben Sie sich von Anfang an „Balsamico“ genannt? So lange ist diese Bezeichnung für Essig hierzulande noch gar nicht en vogue, oder?
Peter Saueressig: Diesen Spitznamen haben mir die Kollegen im „Hardchor“ gegeben. In den Anfängen war er noch nicht etabliert, er ist vor etwa 20 Jahren entstanden, und ich bin seit 1999 damit unterwegs, da habe ich mein erstes Album produziert. Vorher war ich in allen möglichen – und unmöglichen – Bands der Region aktiv.
Wie würden Sie selbst die Musik beschreiben, die Sie im Pumpwerk präsentieren?
Saueressig: Wir spielen elektrische Gitarren, so dass der Begriff Rock nicht so weit weg ist. Wobei heutzutage ja immer wieder vom Tod der E-Gitarre die Rede ist, was mich sehr amüsiert hat. Aber es stecken sehr viele andere Einflüsse in meiner Musik drin, ich wandle zwischen musikalischen Dialekten, aber alle gehören zur improvisierten Musik. Da gibt es für mich keine festen Grenzen.

   Sie spielen nicht nur Gitarre, sondern sind Multiinstrumentalist – was steht denn sonst noch so bei Ihnen im Wohnzimmer?
Saueressig: Ich bin ja über das Singen zur Musik gekommen und verstehe mich in erster Linie als Sänger, der auch Gitarre spielt. Wenn ich Songs schreibe, tue ich das auf der Gitarre oder auf dem Klavier, immer bezogen auf Gesangslinien und auf Texte. Dafür sind mehrere Instrumente notwendig. Ich würde mich aber nicht als Pianisten bezeichnen.
Sie leben auch nicht von Ihrer Musik, sondern gehen tagsüber einer anderen Tätigkeit nach?
Saueressig: Ich habe mich irgendwann entschieden, das nicht beruflich zu machen. Da bin ich tätig als Leiter der Kommunikation eines Forschungsinstituts in Heidelberg.

   Es hat zehn Jahre gedauert, bis im vergangenen November ihre vierte CD „Music“ erschien. Lassen Sie sich gerne Zeit für Ihre Eigenkompositionen?
Saueressig: Meine drei Alben vorher hatte ich relativ schnell produziert: zwischen 1999 und 2007, etwa alle drei Jahre eins. Danach hatte ich einfach relativ viele Liveauftritte und habe mit einer akustischen Besetzung experimentiert. Natürlich hat auch die berufliche Belastung damit zu tun, dass man sich nicht permanent um die Musik kümmert und lieber etwas wachsen lässt.

   Sind die Stücke auf „Music“ innerhalb eines längeren Zeitraums entstanden?
Saueressig: Die Stücke sind zum Teil in den vergangenen drei Jahren entstanden, die habe ich mit Blick auf das neue Album geschrieben, es gibt aber auch solche auf „Music“, die sehr lange in der Schublade gelandet waren oder die ich vor langer Zeit mit einer der Bands live auf die Bühne gebracht, aber nie aufgenommen hatte und nun noch mal neu überarbeitet habe.

   Sie bringen langjährige Mitstreiter mit nach Hockenheim?
Saueressig: So ist es, mit Bernhard Bentgens verbindet mich mittlerweile eine 25-jährige Zusammenarbeit für den Hardchor, er hat in meiner Band auch Keyboards gespielt. Nun ist er aber auf den Bass umgestiegen als neue Herausforderung. Peter Antony ist seit zehn Jahren mein Keyboarder. Er hat auch tolle Ideen in mein Album gebracht. Tom Beisel ist seit vielen Jahren als Schlagzeuger und Sänger in der Region bekannt. Mir ist wichtig, dass viele Leute in der Band singen können, weil wir mehrstimmige Sachen haben – das sind die Einflüsse der Beatles und von Queen.

   Spielen Sie auch Stücke von Künstlern, die Sie beeinflusst haben?
Saueressig: Mir wäre ein reines Coverprogramm ebenso zu eintönig wie ausschließlich Eigenkompositionen. Das Konzert hat zwei Teile, mit allen Stücken meines Albums „Music“, aber auch mit Songs von Prince, Queen, Amy Winehouse, Sting, David Bowie und eigenwilligen Coverversionen von Beatles- und Gershwin-Songs. Das zeigt den Leuten, dass wir auch die Qualität für die Werke bekannter Künstler haben.

Zur Person: Peter Saueressig

Peter Saueressig hat bereits im Teenageralter angefangen, eigene Songs zu schreiben und diese in Schülerbands auch live aufgeführt – neben der Musik der Hardrock-Helden der 70er Jahre. Besonders Deep-Purple-Sänger Ian Gillan hat ihn fasziniert. In den 80er Jahren war er mit der Band „Splurge“ mit Musikern aus Leimen, Walldorf und Wiesloch unterwegs, in den 90ern spielte er mit „Groove Garden“. Dadurch nahm er unterschiedliche Einflüsse auf, die seine Eigenkompositionen prägten. Seit 1999 ist er unter dem Namen „Balsamico“ unterwegs. Ursprünglich war das ein Spitzname, den ihm Kollegen beim „Heidelberger Hardchor“ gaben, wo der Mann mit den drei Oktaven Stimmumfang Solist ist. Unter diesem Namen hat Saueressig bislang vier Alben aufgenommen, zuletzt veröffentlichte er im November 2017 „Music“. Beruflich ist er als Leiter der Kommunikation eines Forschungsinstituts in Heidelberg tätig. mm

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